Lichtburg Saal

Soul Boy

Kenia/Deutschland 2010; 60 Min.; Regie: Hawa Essuman; Produktion: Marie Steinmann, Tom Tykwer; Darsteller: Nordeen Abdulghani, Christopher Abuga, Rose Adhiambo; FSK ab 6 Jahre

Kinotrailer von Filmtrailer.com

 

Begeistert von afrikanischen Geschichten haben Tom Tykwer (Regisseur von Filmen wie LOLA RENNT, DAS PARFUM, THE INTERNATIONAL) und seine Partnerin Marie Steinmann 2008 in Nairobi (Kenia) ein einzigartiges Pilotprojekt ins Leben gerufen: Junge Menschen vor Ort produzieren, unterstützt von einer kleinen Proficrew aus Deutschland, einen richtigen Kinofilm und erhalten dadurch nicht nur die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten aus ihrer Heimat zu erzählen, sondern auch, sich in den unterschiedlichen Filmberufen auszuprobieren.

Die Geschichte, die der Film SOUL BOY erzählt, spielt in einem der größten Slums Afrikas - in Kibera. Gezeigt wird der Alltag von Kindern und Jugendlichen in einem solchen Slum, von dem wir in Deutschland nur wenig wissen.

Begleitmaterial für den Unterricht zum Download:

Das Soul Boy Schulheft finden Sie hier.

Weitere Informationen und Schulmaterial finden Sie unter:

www.soulboy.x-verleih.de
www.soulboy.x-verleih.de/Schule

www.visionkino.de/WebObjects/VisionKino.woa/wa/CMSshow/1159569

Abila lebt mit seinen Eltern in Kibera, einem riesigen Slum in Nairobi. Eines Morgens findet er seinen Vater zusammengekauert und wie von Sinnen vor. Der Vater stammelt, eine Frau habe ihm seine Seele gestohlen. Abila will seinen Vater retten. Unterstützt von seiner Freundin Shiku macht er sich auf den Weg zur Nyawawa, einer mysteriösen Geisterfrau, die seinem Vater die Seele gestohlen haben soll. Sie stellt Abila sieben Aufgaben, die er bis zum nächsten Morgen bewältigen muss, um seinen Vater zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Pressestimmen:
„So einfach kann Kino sein: Irgendwann erhebt sich die Kamera zum ersten Mal in die Lüfte und ersetzt ellenlange soziologische Analysen. Mit einem Blick wird klar, was es bedeutet, in einem Slum zu leben. Aber nicht die Klage über das Elend ist das Ziel von Hawa Essumans wundervoll optimistischem Film. Stattdessen erzählt sie in Soul Boy von einem Abenteuer, das tief in die Weisheit des Volksglaubens eintaucht. Ein Märchen also mit realistischem Hintergrund, das neben Kindern auch Erwachsene in den Bann zieht. (D)er Zauber dieses mit wenig Geld gedrehten Films besteht gerade in der eleganten Verschränkung von Mythologie und Wirklichkeit, in einem magischen Realismus par excellence. Schließlich ist es trotz westlicher Hilfe ein afrikanischer Film, der da entstanden ist. Die Geschichte hat ihre Wurzeln in der Mentalität und Spiritualität der Region um Nairobi, in dem uralten Glauben des Stammes der Luo, der zweitgrößten Ethnie in Kenia. (...) Besonders hilfreich für den ebenso spannenden wie hintergründigen 60-Minuten-Film ist das kluge Drehbuch, das der kenianische Schriftsteller Billy Kahora verfasst hat. Mit präzisem Gespür für optisch eindrucksvolle Szenen schreibt er sozusagen auf zwei Ebenen. Zum einen bedient er die Abenteuerlust von ‚großen’ und kleinen Kindern. Zum anderen gibt er den Zuschauern Stoff zum Nachdenken mit auf den Heimweg. (...) Die Kinderdarsteller von Ali und seiner Freundin Shiku (Leila Dayan Opollo) dagegen sind auf eine positive Weise mit ihren Aufgaben gewachsen, im Film wie im richtigen Leben. Sie strahlen eine derartige Lebenskraft aus, dass man ihnen den Mut ihrer Figuren problemlos abnimmt.“ KINO-ZEIT.DE 18.10.10 (Peter Gutting)

„Ästhetisch ist der magische Realismus von SOUL BOY damit meilenweit entfernt vom Special-Effects-Spektakel eines Harry Potter. Regisseurin Hawa Essuman und Drehbuchautor Billy Kahora vertrauen völlig zu Recht auf die verführerische Kraft ihrer archetypischen Geschichte, die geradlinig und flott erzählt ist und von den jugendlichen Laiendarstellern überzeugend umgesetzt wird. Gerade mal 60 Minuten dauert der außerordentlich unterhaltsame Film, der damit eine weitere ungeschriebene Regel für erfolgreiche Kinder-Kinofilme gelassen unterläuft.“ „Beeindruckend“ PROGRAMMKINO.DE 04.11.10 (Hendrike Bake)

Regisseurin Hawa Essuman entführt den Zuschauer in ein mystisches Abenteuer, angesiedelt in der Gegenwart in Kibera, dem größten Slum von Nairobi. Im Mittelpunkt steht ein Tag im Leben des Soul Boys, der aufbricht, die Seele seines scheinbar verfluchten Vaters zu retten. Geschickt werden afrikanische Mythen und europäische Abenteuergeschichte zu einem Film miteinander verwoben, beeindruckend, wie intensiv die Laiendarsteller die Geschichte transportieren. Die Atmosphäre des Slums und der Wille der beiden Hauptdarsteller, die eigenen Ängste zu besiegen, um den Vater zu erlösen, ziehen den Zuschauer unweigerlich in ihren Bann. Mit einem Gefühl für perfektes Timing werden die zu bewältigenden sieben Aufgaben nach und nach erledigt, ohne dass die Geschichte gehetzt wirkt. Dazu ist das Drehbuch zu stark, das eine Episode mit der anderen verwebt, indem die Lösung der einen Aufgabe fließend in die nächste übergeht. Gleichzeitig sind diese Aufgaben von philosophischer Tiefe, wie man es anfangs nicht erwartet. Fast en passant wird auch die Frage nach dem persönlichen Glück gestellt, und ohne große Worte, nur durch Blicke und Bewegungen werden Antworten gefunden, die aus dem Leben gegriffen wirken.

Tom Tykwers, Filmprojekt One Fine Day Films und Ginger Ink ist mit der Umsetzung dieses Spielfilms ein kleines Meisterwerk gelungen, das durch höchste technische Professionalität und erzählerische Sogkraft überzeugt. Nicht hoch genug kann die Schauspielerführung gelobt werden, der nie anzumerken ist, dass es sich um Laiendarsteller handelt. Filmbewertungsstelle Wiesbaden

Mehr Infos

Der Film im Internet

www.soulboy.x-verleih.de

Szenenfotos