Lichtburg Saal

Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

USA 2008; Regie: Bryan Singer; mit Tom Cruise, Terence Stamp, Bill Nighy, Kenneth Branagh, Tom Wilkinson, Carice van Houten, Thomas Kretschmann, Christian Berkel, Matthias Schweighöfer, Wotan Wilke Möhring; 120 Min.; FSK ab 12 Jahren


Kinotrailer von Filmtrailer.com

Kaum ein Film der letzten Jahre wurde vom Moment der Ankündigung mit soviel Skepsis begleitet wie die Hollywood-Version des Stauffenberg-Attentats. Das Ergebnis kann nur den überraschen, der vorher ignoriert hatte, dass Bryan Singer ein exzellenter Regisseur ist und auch Tom Cruise – wenn er sich nicht gerade zum Affen macht – ein durchaus überzeugender Darsteller sein kann. Kurz: „Operation Walküre“ ist ein spannender Thriller, hervorragend gefilmt und bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt.

Etliche Male wurde der gescheiterte Attentatsversuch auf Adolf Hitler schon verfilmt, jeder Deutsche dürfte die Geschichte der Gruppe um Claus von Stauffenberg kennen, die immer wieder als Beispiel dafür herhalten muss, dass es auch in Nazi-Deutschland ehrbare Menschen gegeben hat. Die Frage nach den wirklichen Motiven der Attentäter, die fraglos keine hehren Demokraten nach heutigen Maßstäben waren, spielt auch in Bryan Singers Film keine Rolle. Allein die Auflehnung gegen die Ikone „Hitler“ reicht vollkommen aus, um zu wissen, dass die Attentäter das Richtige tun.

Hitler selbst taucht nur in zwei, drei kurzen Szenen auf und wird vom britischen Schauspieler David Bamber sehr zurückhaltend gespielt. Ohnehin bemüht sich der Film um eine fast dokumentarische Darstellung der komplexen Ereignisse und schafft es fast vollständig, auf übertriebenes Pathos zu verzichten.

Ganz sachlich beschreibt Singer, wie Stauffenberg in der tunesischen Wüste schwer verletzt wird und nach seiner Genesung von Henning von Tresckow (Kenneth Branagh) in den Kreis der Verschwörer geholt wird. Diverse Attentatsversuche sind schon gescheitert und so erscheint Stauffenberg als letzte Hoffnung. Durch seine Berufung zum Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres, General Fromm (Tom Wilkinson), bekommt Stauffenberg Zugang zu den innersten Zirkeln der Macht und wird zur Schlüsselfigur. Die Ermordung Hitlers war dabei nur ein Teil des Plans. Ebenso wichtig war die Ausführung der Operation Walküre, einer Absicherung des Regierungsapparats gegen einen Umsturzversuch, den die Verschwörer zu ihren eigenen Zwecken nutzen wollten.

Natürlich vereinfacht der Film hier und da, verzichtet auf ausführliche Erklärungen der komplizierten Frage, was denn nach einem erfolgreichen Attentat passieren sollte, auch die zahlreichen Personen, die sich um Stauffenberg scharen, werden in ihren unterschiedlichen militärischen bzw. zivilen Rollen kaum unterschieden. Dass dennoch der von Tom Cruise gespielte Stauffenberg nicht alleiniges Zentrum ist, muss man dem Film und seinem Star und Produzenten hoch anrechnen. Cruise fügt sich mit einer sehr zurückhaltenden Darstellung ganz dem Ensemble ein, in dem er neben exzellenten britischen Schauspielern durchaus bestehen kann.

Doch mehr noch überzeugt „Operation Walküre“ durch das Kunststück spannend zu sein, obwohl der Ausgang der Geschichte allseits bekannt ist. Die ominös brummende Musik, die absolute Überzeugung der Figuren vermitteln die Bedeutung, die der Attentatsversuch hatte, die Hoffnung, die mit ihm verbunden war. Immer wieder kommt die Handlung an Momente, an denen der Erfolg des Attentats nur ganz knapp verpasst wird: Die umgekippte Tasche im Versammlungsraum, die die Explosion abmilderte, das Zögern mancher Beteiligter, das wertvolle Minuten kostete. Es sind letztlich die Entscheidungen einzelner, so sagt der Film, an denen Wohl und Wehe einer ganzen Nation hängt. Und auch wenn dieser Blick auf die Geschichte, der die Aktionen Einzelner hervorhebend, natürlich pures Hollywoodkino ist - man kann sich ihm im Sog dieses Films nicht entziehen.

Quelle: Michael Meyns, Programmkino.de

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Der Film im Internet

www.walkuere-derfilm.de

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