Lichtburg Saal

Ella und das große Rennen

FIN 2012; 81 Min.; Regie: Taneli Mustonen; mit Freja Teijonsalo, Aura Mikkonen, Emilia Paasonen, Eero Milonoff, Oliver Kivi; FSK 0 Jahre; Spielzeiten | Online-Reservierung

Ella und ihre Mitschüler haben es gut, denn ihr Lehrer liegt meistens mit dem Gesicht auf dem Lehrertisch und macht ein Nickerchen. So können sie machen, was sie wollen. Das tun sie aber gar nicht, sondern schreiben artig ihren Schulaufsatz über den gemeinsamen Ausflug in den Zoo. 

Später hören sie den Lehrer auf dem Gang mit der Direktorin streiten, die von ihm einen Bericht für das Schulamt verlangt, um zu verhindern, dass ihre kleine Dorfschule geschlossen wird. Weil aber der Lehrer meist missgelaunt und außerdem faul zu sein scheint, nimmt er kurzerhand Ellas Aufsatz über den Tagesablauf eines Affenpflegers und schickt ihn an die Behörde. Was folgt, kann man sich an fünf Fingern abzählen: eine aufgeregte Schulamtsangestellte, die glaubt, die Dorfkinder retten zu müssen, ein großer Bus, der Ella und ihre Freunde in die Stadt abtransportiert, wo eine irrwitzige Suche nach ihrem Klassenzimmer in dem unüberschaubar monströsen Schulgebäude damit endet, dass sie wieder nach Hause fahren. Aber dort stehen bereits die Bulldozer vor dem friedlichen Holzhaus, das einmal ihre Schule war. 

Hinter der bildungspolitischen Maßnahme steckt natürlich das Geld in Form des wohlhabenden Vaters eines Formel 1 – Juniorpiloten, der für seinen Sohn eine Rennstrecke mitten durch das Dorf und also auch die Schule bauen will und das gesamte Gelände aufgekauft hat. Der Kampf beginnt. 

So schräg wie dieser Plot ist auch der ganze Film. Die extreme Überzeichnung aller Erwachsenenfiguren, die der Bande sympathischer Grundschüler um die achtjährige Ella gegenüberstehen, böte Potential für viel Komik. Und auch die Kinder, die sich auf verspielt – naive Weise die Welt so zurechtbiegen, wie es für sie richtig ist, - diese Brüder und Schwestern solch unabhängiger, pfiffiger Kinderfiguren wie Pippi, Ronja, Nick und anderer, wären ein Garant für ein amüsantes Filmabenteuer. 

Doch der Film verspielt sein Potential, weil es so unlogisch zugeht, dass am Ende nur eine Aneinanderreihung gewollt absurder Situationen übrig bleibt ohne nachvollziehbare Anbindung an die Realität. Die Eltern der Kinder beispielsweise tauchen noch nicht einmal dann auf, als ihre eigenen Häuser als Ersatz für das Schulgebäude platt gemacht werden sollen. Dafür muss der nicht wirklich sympathische Lehrer angekettet am Baum vor seinem Haus ausharren, obwohl jeder sieht, wie leicht man die Ketten lösen könnte. Dem Witz wird sozusagen der Boden entzogen, man sieht Slapstick um des Slapstick willens und schräge Situationen, wie auf dem Reißbrett ausgedacht. [...]

Für die Kinderbuchkenner kann es vielleicht dennoch ein schöner Spaß sein, die papiernen Figuren zu einem wenn auch eigenwilligen Leben erweckt zu sehen.

Quelle: Caren Pfeil www.programmkino.de

Mehr Infos

Der Film im Internet

www.klv53.de

Szenenfotos