Männerherzen... und die ganz, ganz große Liebe
Lichtburg Saal

Die Eiserne Lady

Großbritannien 2011; Originaltitel: The Iron Lady; 105 min.; Regie: Phyllida Lloyd; mit Meryl Streep, Jim Broadbent, Alexandra Roach, Harry Lloyd, Olivia Coleman, Anthony Head, Richard E. Grant, Roger Allam, Nicholas Farrell; FSK 6 Jahre;
Spielzeiten
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Schulvorstellungen: Die Originalfassung mit deutschen Untertiteln am Donnerstag, 29.03.2012 und am Freitag, 30.03.2012 jeweils um 11.00 Uhr in der Lichtburg!

 

Kinotrailer von Filmtrailer.com

Bis heute steht sie für soziale Härte, Wirtschaftsliberalismus und schlaue Verhandlungstaktik: Margaret Thatcher hat die Jahrhundertkrise der Weltwirtschaft, die von ihrer Liberalisierungspolitik maßgeblich mitverursacht worden ist, nicht mehr im Amt erlebt. Der Kinofilm "The Iron Lady" mit Meryl Streep in der Hauptrolle erzählt jetzt die Geschichte der ersten Regierungschefin Europas.

Die Anfänge als Lokalpolitikerin in einem Bezirk Nordlondons sind für Margaret Thatcher schwer. Die männlichen Kollegen nehmen sie nicht ernst, erste politische Gehversuche scheitern. Doch dann wird sie 1961 Parlamentssekretärin, ein Posten als Ministerin folgt. 1979 avanciert sie zur ersten weiblichen Ministerpräsidentin Großbritanniens, ein Amt, das sie bis 1990 bekleidet. An ihrer Seite steht Ehemann Denis, Vater ihrer Zwillinge, Liebhaber, Berater und Stütze. Als sie 1982 Argentinien nach der Besetzung der Falklandinseln den Krieg erklärt, erhöht sich der politische Druck auf sie ... Aus der fiktiven Sicht der über 80-jährigen Maggie Thatcher erzählt der Film "Die Eiserne Lady" in Rückblenden die Geschichte der britischen Politikone. Die echte eiserne Lady baute den britischen Staat in den 1980er Jahren so radikal um wie niemand vor ihr, und duldete keinen Widerspruch. Sie war berühmtberüchtigt für ihre Tiraden gegen alles und jeden, der ihren Unmut erregte - und eine gewisse Hybris gegenüber anderen Nationen. Die einzige Frau unter den politischen Schwergewichten zu sein, war für Thatcher ein deutlicher Bonus. Aber dazu musste sie erst die vielen Nachteile wegstecken, die sie als Frau hatte. Zum Beispiel verlacht zu werden wegen ihrer hohen Stimme.

Allein unter Männern - das ist ein Kampf, aber auch ein Spiel, in dem Thatcher den Spieß gern umdrehte. Der Film zeigt, wie sie blitzschnell umschalten konnte von der Frau zur Eisernen Lady - und wieder zurück. Der Film ergründet die Persönlichkeit Margaret Thatchers ausführlich, ebenso den Preis des Erfolges. Doch über die Politik der Eisernen Lady erfährt man wenig. Dass sich eine britische Regisseurin noch zu Lebzeiten Margaret Thatchers an diesen Stoff wagt, ist als würde Helmut Kohl im Rollstuhl zum Star eines Kinofilms. Darüber, ob der Film der Geschichte gerecht wird, kann man streiten. Doch eines ist unbestritten: Meryl Streep verkörpert die Politikone so lebensnah, dass sich viele, die Thatcher persönlich kannten, merkwürdig berührt fühlen. Für Streep ist es quasi eine Doppelrolle, neben der Eisernen Lady auf dem Höhepunkt der Macht auch den Verfall einer einst mächtigen Frau gegen Ende ihres Lebens darzustellen ...

Quelle: 3Sat - Kulturzeit

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Fotos: Concorde